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Even when you know you’re just walking in circles

the wind can suddenly change.

Even when the path is perfectly familiar

every step can bring a new range.

It’s warmer today and the wind is mild,

a faint hint of spring, you secretly smiled.

At number 9 you stifled a shout,

in the 15th round a bird cried out.

Number 18 is outright different and strange

as it becomes clear that your path must change.

Leave Buddha in the middle and go back down the hill,

stopping now and then for a moment that is still.

Free of noise or any interference,

you treasure the waves of subtle clearance.

As troubled thoughts dissolve

and once again you resolve

to let go and proceed

just to follow your feet

and accept that fate does evolve.

Heute vor 18 Jahren war ich 9 Tage über den Geburtstermin. An dem Tag hatten wir die neurenovierte Wohnung beziehen dürfen. Ich war auf allen Vieren dran, den Boden zu putzen. Ein Nachbar kam vorbei und meinte: „Passen Sie auf. Es könnte durch die Anstrengung losgehen.“ Ich lachte. Das war meine Absicht.

Am Abend gingen wir in die Pizzeria um die Ecke. Kaum hatten wir gegessen und waren wieder zuhause, ging es los. In der Klinik erfuhr ich, dass ich die dritte war, die vorher eine Pizza gegessen hatte. Ob ihre Kinder auch so gerne Pizza essen wie meine Tochter? Knapp 19 schmerzvolle Stunden später („Nein, ich will kein Schmerzmittel! Es dauert bestimmt nicht so lang und ich will meine Tochter bei vollem Bewusstsein und ohne Betäubung begrüßen!“), zu Halloween, machte meine Tochter ihren ersten dramatischen Auftritt.

Inzwischen gab es viel Drama, schöne Zeiten, Verzweiflung, Sorge, Freude… alles, was dazu gehört. Ich kann es kaum glauben. Es ist, als wäre es erst gestern gewesen — und doch eine Ewigkeit her.

Bittersüß ist die Freude. Mein kleines Mädchen ist eine junge Frau. Sie geht ihren Weg.

Ich habe lange nichts von mir hören lassen. Es hätte genug gegeben, zu berichten, aber mir war nicht danach. Viel ist passiert seit Dreamwings. Das Lied begleitet mich im Alltag. „A thousand tiny steps will bring the change we need…“ Als ich diese Zeile schrieb, ahnte ich nicht, dass ich bald einige hundert kleine Schritte hinter mich bringen würde.

Aber so ist es oft mit meinen Liedern. Ich schreibe sie aus einer inspirierten Laune heraus, und verstehe sie erst nach einiger Zeit bzw. der Text bleibt gleich aber die Bedeutung wandelt sich mit mir. Merkwürdig.

Inzwischen habe ich mit einer 3-jährigen Ausbildung begonnen, die meiner nicht-musikalischen Karriere förden soll. Ja, so ist es. Mit dem zarten Alter von 47 Jahren habe ich plötzlich konkrete Ideen, was ich machen möchte, wenn ich mal erwachsen bin! Die Ausbildung schenkt mir eine spannende Ergänzung zum alltäglichen Leben.

Vor einem halben Jahr bin ich zurück in die „Stadt“ gezogen. Das war eine schwierige Entscheidung. Aber wenn eine Entscheidung sehr leicht ist, dann bewegt sie mich auch nicht besonders. Diese war recht wirksam!

Seit einigen Monaten, arbeite ich an die Lieder für eine neue CD. Es sind schon fast alle geschrieben, jetzt geht es um die kleinen, feinen Details. In Februar möchte ich wieder ins Studio gehen. Warum Februar? Na ja, das Ton Studio ist recht hoch gelegen, also hoffe ich, dass bis dahin nicht mehr viel Schnee liegt.

Abgesehen vom Schnee, ich arbeite noch an Stimme und Gitarre. Sie sollen sich auch weiter entwickeln — nicht nur ich! Das ist der rote Faden in meinem Leben — die Weiterentwicklung. Nein, ich gebe zu, die schnellste bin ich nicht. Aber beständig. Langsam aber sicher erreiche ich meine Ziele.

Es ist ein endloser Prozess. Denn, wie Hermann Hesse einst sagte: Ein erreichtes Ziel ist kein Ziel mehr. Also, dran bleiben!

Heute gedenken wir alle, die uns voraus gegangen sind. Folgendes Gedicht schrieb ich nach einem Jahr ohne Verluste. In den Jahren davor hatten wir einige Male Abschied nehmen müssen – von einer lieben Freundin, meinen Schwiegereltern, einem Onkel und meiner Oma. Abschied gehört zum Leben dazu, und er tut weh.

Allerheiligen

 

Vier Jahre sind vergangen, seit wir das letzte Mal hier standen, in der Menge,

aber dieser Besuch gilt nur der einfachen Erinnerung,

während der Pfarrer sein Allerheiligen Rap liefert,

und das Mädchen vor mir mit dem Taschenriemen spielt,

und ein anderes Blätter pflückt und Ringe daraus kreiert,

während ich die Tränen wegblinke und ablenkende Dinge suche.

Die Predigt fesselt meine Aufmerksamkeit über dem lachenden Bach,

Von wegen ihre Arbeit ist erledigt, und Gott ist für uns da, und gibt uns.

Sie sind nicht tot, sie wohnen nur woanders.

Er liest die Namen der diesjährig Verstorbenen vor.

Wieder kämpfe ich gegen Tränen, denke an meine Oma, die nicht mehr hier ist.

Ich suche Trost im Gedanken, dass sie keine Entscheidungen mehr treffen muss.

Sie ist fertig. Ich bete, dass sie ihren Weg findet und dann höre ich

„Sie sind mit Gott.“ Ein Lächeln breitet sich auf meine Lippen aus,

als ich daran denke, wie gerne sie in die Kirche ging,

sogar ganz am Schluss, ihre Freude an einer Radiomesse auf Lateinisch,

die unhöflich von einem gutmeinenden Übersetzter unterbrochen wurde,

aber sie genoss es, so gut es ging.

Ablenkung stellt sich vor, dass mein Name vorgelesen wird.

Ich frage mich, in welchem ausgesuchten Jahr es kommt

und wer hier stehen wird.

Hier am letzten Platz vor dem Bach,

Tränen der Erinnerung und des Verlusts zurückhaltend,

die Welle der anschließenden Ereignisse in Erinnerung gerufen,

die Vorstellungen und wesentlichen Veränderungen für die noch Lebenden hinterlassen.