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Heute bin ich am späteren Nachmittag aus Niederösterreich zurück gekehrt. Es war ein Abenteuer! Ganz liebe Freunde von mir haben gestern ihr alljährliches Garten-Sommer-Geburtstags-Fest veranstaltet. Ich bin schon am Samstag mit dem Auto angereist, da ich mit Gitarre und Verstärker unterwegs war. Aber ich freute mich auf die lange Fahrt — in eine andere Welt eintauchen und endlich die neuen CDs anhören können, die ich vor ein paar Wochen gekauft hatte, passte gut.

Das Wetter war irgendwie unfreundlich — ca. 12 Grad und Regen. Zum Glück haben sie liebe Nachbarn, die ein Zelt zur Verfügung stellten — samt Aufstellen! Somit war für ein Dach gesorgt. Als ich ankam, hatten sie schon viel vorbereitet (mit tatkräftiger Unterstützung aus Tirol!) und saßen gemütlich zusammen um den Tag ausklingen zu lassen. Etwas Spannung lag in der Luft. Ob die Gäste trotz Kälte und Regen morgen kommen würden? Auf ein letztes Email an alle Gäste hatte nur ich geantwortet.

Tja, der Sonntag brachte keine Wetterbesserung — nur Abwechslung zwischen leichtem und starkem Regen. Wir trafen die letzten Vorbereitungen. Plötzlich fiel mir etwas ein — ich hatte die Batterie für meine Gitarre am Bücherregal liegen gelassen! Es ist mir vor einiger Zeit passiert, dass ich erst auf der Bühne merkte, dass die Batterie leer war. Also nehme ich sie zuhause immer heraus, damit das nicht so schnell wieder passieren kann. So ein Mist! Da nützte der große Verstärker gar nichts! Meine Freundin meinte, wir fahren hinunter ins Dorf. Dort gibt es ein Musikgeschäft. Am Sonntag??? Es ist ein kleines Dorf und sie vermutete, dass er im Haus nebenan wohnt. Na gut, es war ein Versuch wert.

Als wir von der matschigen Wiese neben dem Party-Zelt losfuhren, schaffte ich es gerade noch, aus dem Schlamm weg zu fahren. Da hatten wir schon eine Vorahnung, welche Probleme sich später ergeben könnten.

So ein Zufall! Unten im Dorf war gerade ein Flohmarkt im Stall vis a vis vom Musikgeschäft und der Besitzter saß dort. Er war sehr hilfsbereit und fand sogar eine passende Batterie, probierte sie aus, und erklärte mir, wie ich einfach etwas Karton darauf geben und dann das Ganze mit einem Klebestreifen fixieren könnte. Mein Auftritt war gerettet!

Und die Gäste? Trotz Regen — ab 12 Uhr Mittag kamen sie — und zwar alle! Drei Autos hatten mit Schlamm zu kämpfen und sind im Straßengraben bzw. in der Wiese stecken geblieben. Keine Panik! Ein Landwirt aus der Nachbarschaft, der auch dort zu Gast war, holte seinen Traktor und rettete sie.

Der restliche Tag verlief ohne Pannen. Die vielen interessanten und lieben Gäste brachten gute Stimmung mit. Unsere Gastgeber hatten auch heuer wieder ein köstliches, buntes Büffet zubereitet. Somit war auch für das liebliche Wohl bestens gesorgt! Abwechslungsreiche musikalische Unterhaltung boten einige Gäste. (Dazu durfte ich auch etwas beitragen.) Und wieder haben meine lieben Freunde uns allen einen wunderbaren Fest-Tag geschenkt.

Nochmals vielen DANK — an meinen Freunden, aber auch ans Universum — für die verwinkelten Wege, die uns zusammen führten! Während des Tages kamen einige Verknüpfungen ans Tageslicht. Ich muss schon sagen, die „Zufälle“ sind irgendwie witzig.

Ich freue mich schon auf nächstes Jahr und hoffe, dass sich die Wiese bis dahin erholen kann. Da bin ich zuversichtlich. Und nächstes Jahr scheint bestimmt die Sonne! Dann wird es noch gemütlicher sein zum sitzen — und dann bleiben alle vielleicht ein bisschen länger! 😉

Aber jetzt muss ich endlich meine — inzwischen wieder trockene —  Schuhe putzen! Gute Nacht! 🙂

Ja, ja, das kennt ihr schon. Das sagte doch der Kerl, von dem der Spruch an meiner Küchentür stammt: „Ordnung ist der erste Schritt in ein neuerliches Chaos.“ (Bertie Onestone.) Am Samstag habe ich sogar die Fenster geputzt! Also kann das nächste Chaos kommen. (Natürlich hat es prompt in der Nacht geregnet und Spuren hinterlassen!)

Aber eigentlich geht es mir um ganz etwas anderes. Nach der samstäglichen Putzattacke — mitten am hell-lichten Tag!!! — war ich auf eine Geburtstagsfeier eingeladen. Nein, nicht weil ich geputzt habe! Die Einladung hatte ich schon ein paar Tage vorher erhalten. Komisch, ich bin um halb fünf los gefahren — und war um vier Uhr wieder zuhause. Wie geht das? Hat jemand die Uhr zurück gedreht? 😉

Ein Freund von früher feierte seinen 50. Geburtstag. (Ich formuliere es so, damit ich nicht „alter“ Freund schreiben muss.) Das Merkwürdige dabei … als ich mit 17 Jahren als Austauschschülerin das erste Mal in Österreich war, entdeckte ich eine für mich ganz neue Welt. Ich lernte Leute kennen, mit denen ich recht viel Spaß hatte und auch eine große Portion Blödsinn umsetzen durfte.

Es war nur ein Jahr, aber was für ein Jahr! Manche Freundschaften sind geblieben — obwohl wir uns nicht so oft sehen. Aber die Verbindung ist da. Heute ist mir eingefallen, gut 30 Jahre später, dass jene Zeit im Ausland auch meine Jugend war. Bis heute eben war es für mich selbstverständlich, dass meine Jugend in Amerika war. Stimmt nicht.

An dieser Stelle tritt die Relativität ein. In dem Jahr habe ich so viel erlebt, dass es mir irgendwie länger vorkommt als nur ein Jährchen. Mir sind viele Erinnerungen geblieben. Okay, ich schummle leicht — es gab Briefe und drei Jahre später einen Besuch im Sommer. Da ist auch viel passiert. Dennoch, das Schuljahr 1979/80 erinnert mich an einen Spruch, den wir in Latein gelernt haben: “Non scholae, sed vitam discimus!“ (Nicht für die Schule sondern für das Leben lernen wir.) Das hat sich in dem Jahr bewahrheitet.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich bin dankbar. Dankbar für Freunde und Freundinnen, Erlebnisse, Erkenntnisse und alle hochs und tiefs, die bisher meine verrückte Achterbahnfahrt des Lebens so bunt mach(t)en. Und dankbar, dass ich auch hier in meiner zweiten Heimat Jugendfreunde habe, mit denen ich zurückblicken und lachen — aber auch ernsthaft und vertraut diskutieren kann. Bei solchen Gedanken, ist das doch-immer-bzw.-hin-und-wieder-zwischen-durch-auftretende Heimweh verschwindend klein. Danke! 🙂

Heute vor 18 Jahren war ich 9 Tage über den Geburtstermin. An dem Tag hatten wir die neurenovierte Wohnung beziehen dürfen. Ich war auf allen Vieren dran, den Boden zu putzen. Ein Nachbar kam vorbei und meinte: „Passen Sie auf. Es könnte durch die Anstrengung losgehen.“ Ich lachte. Das war meine Absicht.

Am Abend gingen wir in die Pizzeria um die Ecke. Kaum hatten wir gegessen und waren wieder zuhause, ging es los. In der Klinik erfuhr ich, dass ich die dritte war, die vorher eine Pizza gegessen hatte. Ob ihre Kinder auch so gerne Pizza essen wie meine Tochter? Knapp 19 schmerzvolle Stunden später („Nein, ich will kein Schmerzmittel! Es dauert bestimmt nicht so lang und ich will meine Tochter bei vollem Bewusstsein und ohne Betäubung begrüßen!“), zu Halloween, machte meine Tochter ihren ersten dramatischen Auftritt.

Inzwischen gab es viel Drama, schöne Zeiten, Verzweiflung, Sorge, Freude… alles, was dazu gehört. Ich kann es kaum glauben. Es ist, als wäre es erst gestern gewesen — und doch eine Ewigkeit her.

Bittersüß ist die Freude. Mein kleines Mädchen ist eine junge Frau. Sie geht ihren Weg.

Ich war jetzt lange mit anderen Dingen beschäftigt. Ein Zeitlang habe ich gar nichts getan, außer auf dem Balkon zu sitzen mit einem Glas Wein (oder zwei, manchmal drei…) und den Himmel zu studieren. Das hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Tja, und momentan bin ich beruflich ziemlich gefordert.

Aber vor ein paar Monaten lernte ich einige interessante Leute kennen und bin jetzt wieder motiviert, Musik zu machen. Solche Begegnungen sind kostbar! Es ist schon komisch, wie man das, was man am liebsten macht, links liegen lassen kann, damit man sich auf andere Dinge konzentrieren kann. Tja, es ist halt so. Ich werde jetzt nicht werten. Ist ja egal.

Wichtig ist nur, dass ich wieder auf dem Weg bin — auf dem Weg („the long and winding road“ wie die Beatles einst sagten), der mir gefällt und zu mir passt. Eigentlich stimmt „wieder“ gar nicht. Ich bin immer auf dem Weg.

Ich wünsche euch besinnliche Tage, auch wenn Weihnachten mehr Geschäft ist als sonst was. Ja, ich bin ein alter Grinch. Da besteht keine Hoffnung, mich zu bekehren. Aber ich genieße diese Jahreszeit… den Schnee, die Stille, die Kälte, die Wintersonne (auch wenn sie mich auf dem Weg in die Arbeit blendet).

Im Sinne von Weihnachten und Liebe, ich bin dankbar und glücklich für alles, was ich habe, und freue mich, einen Teil mit anderen teilen zu können, die vom Schicksal nicht so begünstigt sind.

Morgen habe ich Tag- & Nachtdienst, aber danach folgen ein paar ruhige Tage zum Luft holen, mich entspannen und einfach sein. Momentan übe ich fleißig, aber ich finde immer noch Zeit für den Balkon. Ja, das geht auch im Winter! Der Himmel ist einfach schön! Liebe Grüße!