Das Wochenende ergab sich ganz anders als geplant. Anstatt gleich Freitag mit dem Nachtzug nach Wien zu fahren, damit ich zwei volle Tage mit Freundinnen verbringen könnte, war ich so geschlaucht, dass Ruhe angesagt war.

Sonntag hatte ich eine Mitfahrgelegenheit nach Wien — inklusive Übernachtung auf einer Luftmatratze im Büro. (Nicht vergessen: Der Dalai Lama hat gesagt, man sollte mindestens einmal im Jahr etwas ganz anderes tun!) Montag Früh fuhr ich dann los Richtung Innenstadt, noch ohne Plan. Das Museumsquartier wirkt wie ein Magnet, so landete ich auch dort. Zuerst Frühstück in der Sonne, dann eine multimediale (Bilder, Film, Ton, Plastik) Ausstellung „Never sleep with a strawberry in your mouth“ und anschließend bummeln auf der Mariahilferstraße.

Zum Mittag traf ich kurz zwei Freundinnen, was mich sehr freute, da wir uns schon länger nicht gesehen hatten. Sie waren zwar beim Geburtstagskonzert im September dabei, aber für ein richtiges Gespräch war der Rahmen nicht geeignet.

Spät dran, fuhr ich anschließend mit der U1 Richtung Kagran, wo ich eine Verabredung hatte. Inzwischen hatte jene Freundin die Zeit meiner Verspätung genützt und ihr zweites Fahrrad geholt. Wir radelten zur Donau und gönnten uns einen Sommerspritzer in einem netten Lokal am Ufer. Es war so schön! Knallblauer Himmel, ein leichter Wind damit es nicht zu heiß wird. Herrlich!

Und dann… war es höchste Zeit, ihr Geschenk zum 50. Geburtstag einzulosen! Obwohl die Strassenbahnlinien jetzt anders fahren, schafften wir es dennoch problemlos zum Burgtheater. Eigentlich zuerst zum Landtmann, wo wir mit ein paar anderen Freunden verabredet waren.

Ein gutes Essen, noch einen Spritzer und langsam merkten wir sie spürbare Aufregung die Luft füllte. Eine Freundin spazierte zufällig vorbei und blieb ein paar Minuten lang stehen. Sie hatte einen verlängerten Arbeitstag hinter sich und war auf dem Weg nach Hause.

Endlich war es so weit. Wir näherten uns dem Burgtheater, da ging noch eine Freundin zufällig vorbei! Besser hätten wir es nicht planen können. Ein kurzes Gespräch und los, in die Burg! Patti Smith: Words and Music.

Eigentlich waren sie zu dritt angekündigt, aber Freude kam auf als die vollständige Band die Bühne betritt. Patti erzählte, dass sie ziemlich verkühlt war, Husten usw., aber sie würde ihr Bestes geben — was sie auch tat.  Ein paar Mal war ein Neustart notwendig und zwischendurch nahm sie einen Schluck Tee, aber sonst war sie sehr gut drauf!

Die Stimmung war gut, die Atmosphäre auf der Bühne ganz anders als gewöhnt — gemütlicher Rhythmus, ohne E-Gitarre. Es war ruhiger als sonst, aber ihre Kraft war stark spürbar — wie immer. Ihre Bemerkungen und Improvisationen waren auch gestern wunderbar interessant, unterhaltsam und teilweise einfach lustig. Der Abend war viel zu schnell vorbei. Da war schon auch der Halsweh ein bisschen mitschuld.

Danach ließen wir den Abend ausklingen — aber nicht zu lange, da ich heute früh mit dem Zug zurück fahren wollte. Es ging sich perfekt aus — es blieb sogar noch genug Zeit, vorher einen Kaffee und ein Croissant zu besorgen.

Um 6:14 fuhr der Zug los und kurz danach wurde mir klar, dass der Zug nur nach Landeck fährt! Letzte Woche hatte ich übers Internet eine ganz andere Auskunft bekommen! Macht nichts. Ich stieg in Salzburg aus, trank noch einen Kaffee und genoss die frische Luft und die Sonne. Dort ist eine Riesenbaustelle und es war mir nicht danach, viel herum zu spazieren. War doch etwas müde und ich hatte nur eine knappe Stunde bis der „richtige“ Zug kam.

Bin gut zuhause angekommen. Merkwürdig — ich war viel kürzer weg als geplant, doch kommt es mir viel länger vor — wie ein Traum. Hier hat sich inzwischen auch etwas getan! Auf einmal hat der Rosenstrauch am Balkon mindesten sieben Knospen bekommen! Am Sonntag hatte ich noch keine gesehen! Er hat leider auch ein paar Läuse um die ich mich kümmern muss. Na ja, so ist das Leben. Ich bin zufrieden!

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