Ja, ja, das kennt ihr schon. Das sagte doch der Kerl, von dem der Spruch an meiner Küchentür stammt: „Ordnung ist der erste Schritt in ein neuerliches Chaos.“ (Bertie Onestone.) Am Samstag habe ich sogar die Fenster geputzt! Also kann das nächste Chaos kommen. (Natürlich hat es prompt in der Nacht geregnet und Spuren hinterlassen!)

Aber eigentlich geht es mir um ganz etwas anderes. Nach der samstäglichen Putzattacke — mitten am hell-lichten Tag!!! — war ich auf eine Geburtstagsfeier eingeladen. Nein, nicht weil ich geputzt habe! Die Einladung hatte ich schon ein paar Tage vorher erhalten. Komisch, ich bin um halb fünf los gefahren — und war um vier Uhr wieder zuhause. Wie geht das? Hat jemand die Uhr zurück gedreht? 😉

Ein Freund von früher feierte seinen 50. Geburtstag. (Ich formuliere es so, damit ich nicht „alter“ Freund schreiben muss.) Das Merkwürdige dabei … als ich mit 17 Jahren als Austauschschülerin das erste Mal in Österreich war, entdeckte ich eine für mich ganz neue Welt. Ich lernte Leute kennen, mit denen ich recht viel Spaß hatte und auch eine große Portion Blödsinn umsetzen durfte.

Es war nur ein Jahr, aber was für ein Jahr! Manche Freundschaften sind geblieben — obwohl wir uns nicht so oft sehen. Aber die Verbindung ist da. Heute ist mir eingefallen, gut 30 Jahre später, dass jene Zeit im Ausland auch meine Jugend war. Bis heute eben war es für mich selbstverständlich, dass meine Jugend in Amerika war. Stimmt nicht.

An dieser Stelle tritt die Relativität ein. In dem Jahr habe ich so viel erlebt, dass es mir irgendwie länger vorkommt als nur ein Jährchen. Mir sind viele Erinnerungen geblieben. Okay, ich schummle leicht — es gab Briefe und drei Jahre später einen Besuch im Sommer. Da ist auch viel passiert. Dennoch, das Schuljahr 1979/80 erinnert mich an einen Spruch, den wir in Latein gelernt haben: “Non scholae, sed vitam discimus!“ (Nicht für die Schule sondern für das Leben lernen wir.) Das hat sich in dem Jahr bewahrheitet.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich bin dankbar. Dankbar für Freunde und Freundinnen, Erlebnisse, Erkenntnisse und alle hochs und tiefs, die bisher meine verrückte Achterbahnfahrt des Lebens so bunt mach(t)en. Und dankbar, dass ich auch hier in meiner zweiten Heimat Jugendfreunde habe, mit denen ich zurückblicken und lachen — aber auch ernsthaft und vertraut diskutieren kann. Bei solchen Gedanken, ist das doch-immer-bzw.-hin-und-wieder-zwischen-durch-auftretende Heimweh verschwindend klein. Danke! 🙂

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