Kürzlich als ich in Wien unterwegs war, wollte ich Freunde zum Frühstück treffen. Ich wachte früh auf, verlor aber irgendwie den Überblick über die Zeit und war plötzlich in Eile. Nicht ganz sicher wo die Bushaltestelle war, verirrte ich mich trotz der Hilfe meines Handys. Ich landete an einer anderen Bushaltestelle und hatte gerade den Bus, den ich nehmen wollte, verpasst. Der nächste Bus würde in circa 10 Minuten kommen. Es fiel mir ein, dass ich das Geschenk vergessen hatte. Ich debattierte, ob ich in die Wohnung zurückkehren sollte oder nicht. Nach einigen Minuten beschloss ich, doch zurückzukehren. Ich ging vor zur Straßenecke und erkannte, dass ich viel näher bei der Wohnung war, als ich dachte. Aber weil ich so lange überlegt hatte, gab es keine Möglichkeit, den nächsten Bus zu bekommen und trotzdem pünktlich zu sein.

Der ursprüngliche Plan war, gemütlich mit dem Bus zu fahren und die Eindrücke der Stadt zu genießen. Da es aber spät wurde, entschied ich mich für die U-Bahn. Kaum hatte ich den Bahnsteig in der Ü-Bahn Station erreicht, kam der Zug an. Ich setzte mich hin und beobachtete dann einen etwas älteren Mann mit Krücken, der in den Zug stieg. Die behindertengerechten Sitzplätze auf beiden Seiten waren belegt, und niemand bemühte sich, aufzustehen. Also stand ich auf, ging auf ihn zu und fragte, ob er sich hinsetzen wolle. Er antwortete mit „Ja“, und dann stand eine Frau, die gleich neben ihm saß, auf und bot ihren Platz an. Ich setzte mich wieder hin.

Bald stieg ich in die nächste U-Bahn um, und dann in die Straßenbahn. Als wir uns der Haltestelle näherten, wo ich ursprünglich vom Bus zur Straßenbahn hätte umsteigen wollen, sah ich den Bus, den ich verpasst hatte, die Kreuzung überqueren. In diesem Moment wurde mir klar, wenn ich den Bus erwischt hätte, dann hätte ich den Anschluss an die Straßenbahn verpasst. Und ich hätte nicht den älteren Herrn mit Krücken gesehen und ihm einen Platz gesichert, indem ich gefragt hätte, ob er meinen Platz wolle.

Ich denke, es sollte so sein.

Neulich kam eine Einladung zur Teilnahme an eine Bürgerrat zum Thema Klima und Zukunft auf lokaler Ebene mit der Post.  Ich wurde zufällig ausgewählt und freue mich sehr darüber. Seitdem drehen sich meine Gedanken Tag und Nacht um dieses Thema.

Heute kam der Gedanke auf, dass in der Vergangenheit allgemeiner Verzicht in der Regel durch Krieg, Dürre, Hungersnot oder einer anderen Katastrophe erzwungen wurde. Beim ersten Lockdown merkten vielen Menschen, dass sie recht bescheiden leben können. Der Konsum ging für viele Menschen deutlich zurück, obwohl das Internet eine gewisse Alternative geboten hat. Gleichzeitig wurden wir ermutigt, lokale Unternehmen zu unterstützen. Die Pandemie zeigte mir, dass drastische Veränderung möglich ist. Ich möchte das Gelernte auf die Klimakrise anwenden.

Wenn ich an die Klimazukunft denke, denke ich darüber nach, worauf ich verzichten könnte. Auf Dinge zu verzichten, die ich nicht unbedingt brauche, will gelernt werden. Dieses Mal ist die Herausforderung groß, weil alles noch vorhanden ist. Das macht es jetzt so schwierig. Wir müssen freiwillig massiv zurückschrauben, obwohl wir die Katastrophe noch nicht in vollem Ausmaß spüren. Manche Menschen fühlen sich in ihrer Freiheit bedroht. Das ist eine Möglichkeit, die Situation zu betrachten. Eine andere Möglichkeit ist zu erkennen, wie gut wir es haben (in der westlichen Welt, aber selbst dann, nicht jede/r), und dass es Zeit ist, Einiges loszulassen.  Alte Gewohnheiten.

Heute Abend, als ich durch die Zeitung blätterte, entdeckte ich einen Artikel über Joseph Beuys. Er wäre am 12..Mai 100 Jahre alt gewesen, und drei Bücher über ihn waren Gegenstand des Artikels.

Ein Auszug: “Seine Aktionen sind große Ritualhandlungen, die exemplarisch für das Menschsein im 20. Jahrhundert stehen können. Die soziale Skulptur, symbolisiert durch die Honigpumpe, der Bienenstaat als Symbol für eine menschliche Gesellschaft, die nicht Kapitalismus und Konsumismus, sondern Altruismus und Empathie lebt, ist so ein vitales Symbol, wie es Beuys in den Kunst- und Gesellschaftsdiskurs eingebracht hat.“ (Neue, 23.06.2021, S. 26/Kultur)

Das war genau das, was ich heute lesen wollte! Es leben der Altruismus und die Empathie!

Wir sehen uns suchend in die Augen
dahinter schlummern stille Sorgen.
Begrüssen ohne küssen
nicht berühren müssen.
Leere Plätze - Gegensätze
nichts es wie es scheint zu sein.
Die Grenze zu, daheim allein
gemeinsam doch getrennt.
Zusammenhalten die Devise
Lösungsansatz für die Krise.
Entschleunigung ist hoch im Kurs
sowie Nachdenken und der Frühlingsputz.
Willkommene Pause, wenn nur nicht deswegen.
Anderen fallen die ecke den Kopf entgegen.
Bringt das eine große Wende
wenn das alles geht zu Ende?
Wo das langfristige Ziel wohl stecke
auf dieser skurrilen Langlaufstrecke?
Manche Träumer wünsche sich "stell dir vor!"
Manch anderer denke sich "wie davor".
Beides nicht hilfreich, nur leere Worte.
Nutze den Tag, lebe doch im Heute
wohlwissend dein heutiges Verhalten
mehr denn je den Morgen wird gestalten.

Patti Smith Bootlegs

Gibt es heute überhaupt noch Bootleg Schallplatten? Das sind Aufnahmen von Konzerten, die zu einer Schallplatte verarbeitet wurden und dann schwarz verkauft wurden. Mit der Computer-Revolution sind sie etwas obsolet geworden. In den 1980er Jahren waren ein paar heißbegehrte Patti Smith Bootlegs in Umlauf. Patti Smith „Live at the Bottom Line“ habe ich in einem Geschäft in der Bleecker Street gekauft. „Teenage Perversity and Ships in the Night“ schenkte mir mein damaliger Freund. Eine dritte habe ich 1980 in Österreich gekauft, die ist leider abhandengekommen.

Während den 1990er and 2000er Jahren, habe ich Aufnahmen von Patti Smith Konzerten gesammelt. Es ging über die Fan Website „Babelogue“ und war eine kleine, gut-funktionierende Community. Die CDs bekam ich kostenlos und musste nur ein paar Kopien davon brennen und weiterschicken. Es war eine Arbeit der Liebe und Begeisterung.

Irgendwann war es dann einfach genug, und ich beschloss, nur mehr CDs von Konzerten wo ich dabei war zu sammeln. Das waren doch schöne Erinnerungen. Seit gut einem Jahr, noch vor der Pandemie, bin ich dabei, mein Hab und Gut auszusortieren. Die Tendenz geht zum Minimalismus, aber es dauert noch.

Gesten kam die Idee, einige von den Bootlegs herzuschenken. Ich nahm gleich ein Stapel von denen, wo ich nicht dabei war, und wollte alle einer Freundin schenken. Wenn es so viele sind, dann kann es fast überwältigend sein, so kam die Idee, sie aufzuteilen. Die innere Stimme sagte, ich solle sie doch noch einmal anhören.

Inzwischen höre ich seit zwei Tagen sämtliche Konzerte an. Das Spannende bei ihr ist, sie erzählt immer irgendetwas von den neuesten Weltnachrichten oder erwähnt den jeweiligen Präsidenten. So ist es manchmal berührend, aber auch aufwühlend, zu erinnern, was damals los war.

Der erste Impuls beim Anhören war, alle zu behalten. Dann kam aber eine bessere Idee. Ich überlege, wer welches Konzert gefallen könnte, und werde sie noch besser aufteilen. Ich möchte die Freude mit anderen Teilen. Daraus ist eine schöne Aufgabe geworden. Es wird noch einige Tage dauern, aber das stört mich nicht.

Montag, 2. Juli
Tachles
Karmeliterplatz 1
1020 Wien

Dienstag, 3. Juli
Sargfabrik
Goldschlagstrasse 169
1140 Wien

Donnerstag, 5. Juli
Alte Welt
Hauptplatz 4
4020 Linz

Beginn: 20 Uhr
Eintritt: freie Spende

I’m walking and singing

eating pancakes in bed

And I wonder as I listen

to the voices in my head

As they tell me of a journey that is yet to unwind

As I look out the window have I lost my mind?

It wasn’t mine to begin with

Just a treasure on loan

For the time that I wander

Before I finally head home

Have I used it, abused it

Or confused its last tone?

Stubbornly sought solitude

to feel so alone?

Feel like the dark blue wistful sky after sunset on a clear sunny day,

filled with wonder and joy as I view the strong sliver

of the new moon shining unintentionally. It’s just there.

Ich freue mich auf die Konzerte im März. Und danach freue ich mich auf die Arbeit an einer neuen CD. Die nächste wird gaaanz anders!!! Aber das hat noch ein bisschen Zeit. 😉

I was feeling lost, lonely and somewhat neglected

Then I wrote you a letter that I later regretted

Cause my fears arose and I suspected

That your hesitance to answer showed that you rejected

 

So I took all the worries, the fears, hopes and dreams

And I put them in a heart-shaped box with intricate scenes

Turned it over to the universe, to do as it best deems,

a vulnerable child with impossible schemes

 

You said you understand, that you sometimes felt that way

Just like I described, when feelings rise and sway.

You told me not to worry, that we’d surely find a way

However that may be, we cannot know today.

Even when you know you’re just walking in circles

the wind can suddenly change.

Even when the path is perfectly familiar

every step can bring a new range.

It’s warmer today and the wind is mild,

a faint hint of spring, you secretly smiled.

At number 9 you stifled a shout,

in the 15th round a bird cried out.

Number 18 is outright different and strange

as it becomes clear that your path must change.

Leave Buddha in the middle and go back down the hill,

stopping now and then for a moment that is still.

Free of noise or any interference,

you treasure the waves of subtle clearance.

As troubled thoughts dissolve

and once again you resolve

to let go and proceed

just to follow your feet

and accept that fate does evolve.

Es hat ein bisschen gedauert, aber jetzt ist es fix:

Samstag, 17. März um 20 Uhr im Gemeindehaus Nüziders!

Es ist mir eine Ehre, als Vorgruppe für Aja & Toni Eberle zu spielen. Vor ein paar Jahren nahm ich Gesangsunterricht bei Aja. Deshalb freue ich mich ganz besonders auf den Abend!

Eine Woche später — am Sonntag, 25. März — gibt es einen Zusatztermin im TiK, Jahngasse 10, Dornbirn.

Beginn: 20 Uhr

Der 11. November war doch nicht so ein günstiger Termin. Da war überall etwas los. Hoffentlich klappt es diesmal besser! 😉